Schwierigkeiten & Probleme mit dem Handwerker – Wissenswertes und Tipps

Zwischen Kunden und Handwerksbetrieben kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten. So haben viele Verbraucher das Gefühl, ungerechtfertigte oder überzogene Rechnungen zu erhalten. In anderen Fällen sind diese nicht einverstanden mit der Ausführung der Arbeiten.

Handwerker Schwierigkeiten? Was tun?Wenn man einen Handwerker für größere Arbeiten beauftragen will, sollte man sich vorab Informationen einholen. Auch über die gängigen Begriffe, wie beispielsweise Werkvertrag, Werklohn oder Kostenvoranschlag sollte man im Bilde sein. Ebenso sollte man darüber informiert sein, wie man bei Werkmängeln verfahren kann. Auf diese Weise kann man sich vor unangenehmen Überraschungen schützen.

  1. Der Kostenvoranschlag
  2. Der Werkvertrag
  3. Der Werklohn
  4. Was tun bei Werkmängeln?
  5. Tipps: Ärger mit dem Handwerker vermeiden?

1. Der Kostenvoranschlag

Bevor man einen Handwerker beauftragt, sollte man sich einen Kostenvoranschlag einholen. Der Umfang der Arbeiten sollte hier möglichst detailliert beschrieben werden. Ist dies nicht der Fall, so können die Kosten auch höher ausfallen, als zunächst angenommen.

Ein Kostenvoranschlag umfasst:

  • Genaue Beschreibung der Arbeiten (Art und Umfang)
  • benötigtes Material und Materialkosten
  • Arbeitskosten und Arbeitszeit
  • Erfüllungszeitraum (zum Beispiel i.F.v. Gültigkeitsdauer)
Gemäß § 632 Abs. 3 BGB fallen für Kostenvoranschläge keine Entgelte an. Der im Kostenvoranschlag angegebene Gesamtpreis darf nur um 15 bis 20 Prozent höher ausfallen. In solchen Fällen hat der Handwerker dem Kunden diese Preisüberschreitung unverzüglich anzuzeigen, gem. § 650 Abs. 2 BGB.

2. Der Werkvertrag

Bei einem Werkvertrag verpflichtet sich der Unternehmer gegenüber dem Kunden (auch Besteller genannt), ein bestimmtes Werk gegen Vergütungszahlung (Werklohn) herzustellen. Werkverträge sind in Deutschland nach §§ 631 ff. BGB normiert.

3. Der Werklohn

Der Werklohn bezeichnet die Vergütung bei einem Werkvertrag. Die Vergütung ist nach § 641 BGB bei Werkabnahme (durch den Besteller) zu entrichten. Der Unternehmer muss hier also in Vorleistung gehen. Die Vergütung wird nach vertragsgemäßer Fertigstellung, sowie nach Abnahme fällig. Die Anfertigung des Werkes hat ohne wesentliche Mängel zu erfolgen.

4. Was tun bei Werkmängeln?

Gemäß § 634 Abs. 1 BGB ist der Unternehmer zur Herstellung eines mangelfreien Werkes verpflichtet. Der Besteller kann sich bei einem mangelhaften Werk auf die gesetzlichen Mängelrechte berufen. Diese Mängelrechte (§ 634 BGB) können erst nach Abnahme geltend gemacht werden.

Mängelrechte nach § 634 BGB sind:

  • Nacherfüllung
  • Aufwendungsersatz und Selbstvornahme
  • Minderung oder Rücktritt
  • Schadensersatz wegen Nichterfüllung
  • Ersatz von vergeblichen Aufwendungen

Unklar ist hingegen, ob der Besteller bereits vor Abnahme Mängelrechte geltend machen kann.

5. Tipps: Ärger mit dem Handwerker vermeiden?

Um unnötigen Ärger mit Handwerkern zu vermeiden, sollte der Arbeitsauftrag vor der Beauftragung des Unternehmers detailliert und klar beschrieben werden. Hierzu ist es erforderlich, den genauen Umfang der Arbeiten genau zu protokollieren. Aus diesem Grund sollte man gleich zu Beginn auf ein entsprechendes Arbeits- bzw. Leistungsprotokoll bestehen. In diesem Protokoll werden alle Punkte festgehalten, wie zum Beispiel:

  • Art der Tätigkeit
  • Benötigte Materialien
  • Stundenanzahl
  • Preis pro Arbeitsstunde

In Fällen, in denen ein Pauschalpreis vereinbart wird, sind Art der Tätigkeit und benötigte Materialien ebenso zu protokollieren. Auch das genaue Ziel, sowie die geforderte Qualität der Arbeit sollte möglichst genau festgehalten werden. Denn auch im Handwerk gilt der Grundsatz, dass hochwertige Arbeiten auch ein höheres Honorar bedingen. Das Leistungsprotokoll gilt somit als weitere Vereinbarung und wird Bestandteil des Werkvertrags. Auf diese Weise sind Besteller, sowie der ausführende Handwerksbetrieb beide auf der sicheren Seite.

Quellen:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)